News | 28/03/2022 | Press Release

Tau-Ablagerungen breiten sich über Hirn-Netzwerke aus.

Es gibt das typische Parkinson-Syndrom, an dem viele Menschen erkranken. Und es gibt seltene, sogenannte atypische Formen des Parkinson-Syndroms, bei dem sich fehlgefaltete „Tau-Proteine“ in den Hirnzellen der PatientInnen ablagern. Nun hat ein internationaler Forschungsverbund u.a. mit SyNergy-Mitgliedern Nicolai Franzmeier, Matthias Brendel, Robert Perneczky, Jochen Herms, Mikael Simons, Peter Bartenstein und Johannes Levin unter Federführung des LMU Klinikums und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen herausgefunden: Die krankhaften Tau-Proteine verteilen sich nicht wahllos im Gehirn. Vielmehr dienen Verbindungen zwischen den Nervenzellen als Ausbreitungsroute für die krankhaft veränderten Eiweiße. Die Studie wurde im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht.

Atypische Formen des Parkinsonsyndroms wie die „Progressive Supranukleäre Parese“ (PSP) und das „Corticobasale Syndrom“ (CBS) sind tödliche neurodegenerative Erkrankungen. Wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht. Die Krankheiten schreiten typischerweise rasch fort, wobei die Betroffenen zunehmende Beeinträchtigungen der Körper- und Blickmotorik sowie Stürze und Störungen der Hirnleistung zeigen.

In Untersuchungen an den Gehirnen verstorbener PatientInnen zeigte sich: In ihren Neuronen breiten sich mit zunehmender Krankheitsschwere krankhafte Tau-Proteine in Nervenzellen aus und die Neuronen sterben ab. „Daher ist es besonders wichtig, zu verstehen, über welche Wege sich die Tau-Eiweiße im Gehirn ausbreiten, um mögliche therapeutische Ansatzpunkte zu identifizieren, die das Fortschreiten der Erkrankung bremsen könnten“, sagt Dr. Nicolai Franzmeier.