News | 24.02.2025 | Pressemeldung

Neue Studie identifiziert einzigartige Astrozyten der weißen Substanz mit regenerativem Potenzial

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Judith Fischer-Sternjak von Helmholtz Munich und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sowie Prof. Magdalena Götz von Helmholtz Munich, der LMU und dem SyNergy-Exzellenzcluster hat verschiedene Subtypen von Astrozyten in der weißen Substanz (WM) identifiziert – darunter eine besondere Zellart mit der Fähigkeit zur Vermehrung, die möglicherweise zur Regeneration des Gehirns beitragen kann. Mithilfe von Einzelzell-RNA-Sequenzierung und räumlicher Transkriptomik kartierten die Forschenden die Vielfalt der Astrozyten in verschiedenen Hirnregionen und Spezies und erstellten damit erstmals ein detailliertes molekulares Profil der Astrozyten der weißen Substanz.
Proliferative Astrozyten in der weißen Substanz des Mäusegehirns.

Die Vielfalt der Astrozyten in der weißen Substanz entschlüsseln

Astrozyten spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Neuronen und der Erhaltung der Gehirngesundheit. Bisher wurde ihre Heterogenität jedoch vor allem in der grauen Substanz (GM) untersucht, die für die Informationsverarbeitung verantwortlich ist. Die Astrozyten der weißen Substanz, die weitreichende neuronale Verbindungen unterstützen, sind hingegen noch wenig erforscht. Diese Studie schließt eine zentrale Wissenslücke, indem sie zeigt, dass WM-Astrozyten keine homogene Zellpopulation sind, sondern aus verschiedenen Subtypen mit spezialisierten Funktionen bestehen.

„Unsere Ergebnisse widerlegen die bisherige Annahme, dass Astrozyten der weißen Substanz eine einheitliche Zellgruppe bilden“, erklärt Judith Fischer-Sternjak. „Stattdessen haben wir deutliche Hinweise auf spezialisierte Subtypen gefunden, darunter eine Zellart mit erheblichem proliferativem Potenzial, das für die Gehirnreparatur genutzt werden könnte.“

„Da wir bereits nachweisen konnten, dass proliferierende Astrozyten zur Regeneration beitragen können, sind wir besonders begeistert, diese nun auch in der weißen Substanz gesunder Gehirne zu entdecken“, ergänzt Magdalena Götz.